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Wie wähle ich mein Alpenskigebiet aus

Pistenanfang, gelegen auf einem schönen Fleckchen auf 2530m ü NN.

Pistenanfang, gelegen auf einem schönen Fleckchen auf 2530m ü NN.

Alta Badia, Italien. Andere Panoramas anschauen

Vorwort

Autor
Alexey Zhilov

Wenn ihr das erste mal Ski fahrt — ist dieser Artikel für euch. Es gibt einige Faktoren, z.T. nicht offensichtliche, welche bei der Planung eines Skiurlaubs beachtet werden sollten. Hier werden sie genau unter die Lupe genommen. Wenn ihr nicht das erste mal Ski fahrt — ist dieser Artikel genauso für euch. Er erinnnert ein weiteres mal daran, wie schön es dort ist und warum es wieder und wieder dorthin zieht. Wenn ihr erfahrene Skiläufer seid — ist dieser Artikel erst recht für euch. Lest ihn euch durch — und nutzt die Gelegenheit, irgendetwas in die Richtung «Der Autor hat ja gar keinen Schimmer, dem sollte man aber mal gehörig die Meinung geigen» zu sagen.

Ich merke gleich an, dass der Preisfaktor hier nicht weiter beleuchtet wird. Sogar innerhalb eines Landes gibt es teuerere und preiswertere Skigebiete (z.B. die österreichischen St. Anton und Ischgl sind teurer als die ebenso österreichischen Zillertall und Zell-am-See). Alles ist wie immer: je mehr Geld ihr bereit seid auszugeben, desto größer ist die Auswahl und desto besser die Bedingungen. Die im Folgenden beschriebenen Kriterien helfen, eine Auswahl aus verglichenen Varianten eines ungefähren preislichen Levels zu treffen. Für die eigentlichen Preise wendet euch an die Erstquellen — Reisebüros, Touranbieter, Buchungssysteme.

Beachtet weiterhin, dass in diesem Artikel nur die Skigebiete Österreichs, Frankreichs, der Schweiz und Italien genauer untersucht werden — die Hauptspieler in den Alpen.

Auswahlkriterien

Da freut sich da Skifahrerherz — vor einem solche Weiten!

Zillertal, Mayrhofen, Österreich

Ein paar Worte zur Terminologie

Ich schlage vor, dass wir bei der Auswahl des Skigebietes uns in erster Linie auf das Skigebiet/ die Abfahrtszone und erst danach auf die Ortschaft, in welcher sich eure Unterkunft befindet, konzentrieren. Oft kommen vielschichtige Strukturen vor, was Verwirrung stiftet. So steht auf der Seite des einen Reiseveranstalters bei Hotelsuche die Ortschaft (z.B. Selva in Italien), bei anderen — das Tal (Val Gardena), und bei dritten das Skigebiet (Sellaronda oder noch größer sogar Dolomiti Superski).

Ein gutes Beispiel einer solchen Struktur — das österreichische Zillertal. Das ist ein großes Tal, über welches verteilt, durch einen Skipass vereint, fünf einzelne Abfahrtsbereiche liegen (Transport zwischen ihnen via Skibus), Gesamtpistenlänge — mehr als 600 km. In der Regel, wenn die Reiseveranstalter diese Region vorschlagen, ist die Rede nur von Mayrhofen — ein Städtchen gehörend zu Zillertal 3000. Doch die Auswahl der Ortschaften für Unterkünfte ist größer — es gibt noch Hippach, Finkeberg, Vorderlanersbach und Lanersbach. Diese Ortschaften sind kleiner, Unterhaltung gibt es wenig, doch die Abfahrtsregion ist die selbe, und zu ihr hin zu kommen ist z.B. aus Finkenberg angehnemer — fehlen doch die Schlangen aus Mayrhofen am Lift, und bei gutem Schnee kann man direkt bis in die Stadt abfahren.

Festlegung der Ziele

Wie immer gilt es von der Zielsetzung auszugehen. Fragt euch: «Was möchte ich von dieser Reise?». Selbst wenn ihr noch nie auf Skiern standet, nicht in den Bergen wart oder keinen Schnee gesehen habt — irgendwelche Erwartungen werden ihr in jedem Fall haben. Beispiel: Ihr fahrt das erste mal und habt euch auf folgende Prioritäten festgelegt:

  • Skifahren zu lernen;
  • Die Pisten liegen auf mit Tannen bestandenen Hängen, die Ortschaft besteht aus niedlichen, alpentypischen Häuschen – alles wie im Märchen;
  • Möglichkeiten abends weg zu gehen, was zu trinken oder zu tanzen.

Ausgehend vom Wunschzettel ergeben sich Suchparameter, nach welchen euer Skigebiet auszuwählen ist. Welche Parameter sind das? Lest weiter.

Höhe des Abfahrtsbereiches, Schneelage und -vorkommen

Im bewohnten Tal auf 650m ü NN grünen im Januar die Gräser, ihm Abfahrtsbereich auf 2000m ü NN — ein Schneemeer.

Mayrhofen, Österreich

Temperaturgradient in den Bergen

Val Gardena, Italien

Eine schöne Schneedecke — der wichtigste Faktor. Kein Schnee — nichts, worauf zu fahren wäre. Sein Vorhandensein hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

1. Höhe des Abfahrtsbereiches;
2. Jahreszeit.

Wichtig ist hierbei die Höhe des Skigebietes/ Abfahrtsbereiches und nicht die der Ortschaft, da es hier zu signifikanten Unterschieden kommen kann. So befindet sich z.B. das österreichische Mayrhofen auf 650m ü NN, der niedrigste Punkt des Abfahrtsbereiches auf 1500m ü NN. Dieser Unterschied kann sich für das Schneevorkommen als entscheidend erweisen.

Zur Sicherheit würde ich Skigebiete empfehlen, bei denen sich der niedrigste Punkt des Abfahrtsbereiches nicht niedriger als 1500m ü NN befindet. Das garantiert eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass selbst in einem warmen Winter die Schneedecke gut ist und ihr Fahrspaß habt.

Dabei heißt nicht unbedingt je höher, desto besser. Zum einen bekommt nicht jedem Organismus die Höhe und auf Gletscherpisten auf 3000m ü NN kann man sich schon mal unwohl fühlen. Zum zweiten senkt sich mit zunehmender Höhe die Temperatur. Wenn es in der Ortschaft auf 1000m ü NN -5°C sind, sind es auf 3000m ü NN schon -15/-20°C. Wenn dazu noch ein Wind pfeift sind die Bedingungen zum Abfahren nicht die angenehmsten. Dazu kommt noch, dass bei Unwetter (Wind, Nebel, starker Schneefall) die Lifte auf die Gletscher geschlossen werden.

Höhenzonen oder wie sich die Landschaft im Verhältnis zur Höhe verändert

Zillertal, Österreich

Was die Jahreszeit betrifft, je näher zum Anfang und Ende der Saison (welche im durchschnittlichen Skigebiet von Dezember bis März währt), desto höher sollte der niedrigste Punkt des Abfahrtsbereiches liegen.

Anmerkung für Schönheitsliebhaber. Jemandem gefallen Pisten auf von Tannen und Kiefern bestandenen Hängen, jemand anderem gefallen Pisten auf stillen, verschneit-weiten Hängen, das Gefühl von unendlichen Weiten. Entscheidet euch, wonach euch ist. Im ersten Fall solltet ihr euch für Höhen bis 2000m ü NN entscheiden, im zweiten Fall für Höhen ab 2000m ü NN. Die Mehrheit der Skigebiete vereint beides in sich, aber es gibt auch solche, die über der Baumgrenze liegen, so z.B. die französischen Tignes und Val Thorens.

Das Gesagte zusammenfassend empfehle ich folgendes: Wählt euer Skigebiet nicht eine Woche vor Abfahrt aus, sondern früher,bezieht die Temperaturtendenzen der letzten Jahre ein, um euch in gutem Schnee wiederzufinden, und schaut, dass der Hauptteil der Pisten sich auf 1500-1700 bis 2500-3000m ü NN befindet. Optimale Höhenlage des Ortes der Unterkunft: 1500-2000m ü NN.

Abfahrtszone

Die Verfügbarkeit einer ausreichenden Menge an Pisten eures Schwierigkeitsgrades, im Idealfall für jedes Mitglied eurer Gruppe, ist ein weiterer wichtiger Faktor.

Respekteinflößendes Pistenschema der Skiregion — 600 in sich verbundene Pistenkilometer

3 Täler, Frankreich

Beispiel: Für jemanden, der das erste mal auf Skiern steht und für eine Woche fährt, kann es sich zeigen, dass zwei, drei leichte Hänge ausreichend sind. Aus eigener Erfahrung mit Anfängern in der Gruppe kann ich sagen, dass sie in der Regel zum Ende der ersten Woche dazu übergehen, auf leichten roten Pisten zu fahren. Das Hauptterritorium für sie sind blaue Pisten, komfortabel und ganz und gar nicht schrecklich.

Jemand mit etwas mehr Erfahrung kann sich schon selber vorstellen, welche Pisten vorhanden sein sollten — wahrscheinlich ein weitläufiges Gebiet mit Pisten leichter und mittlerer Schwierigkeit. Für Fortgeschrittene gibt es Ski-Safari, Off-Piste und andere Reize des Skifahrerdaseins. Diese Cracks haben keinen Rat nötig, sie geben eher selber Ratschläge, welche Skigebiete auszuwählen sind.

Am Anfang der vielkilometrigen Ski-Safari

Zillertal, Österreich

Eine Extraerwähnung verdient an dieser Stelle der Faktor der Verbundenheit einzelner Abfahrtsbereiche. Dabei gilt, dass ein Skigebiet oft weit mehr ist als nur ein Hang mit Lift. In der Regel handelt es sich um mehrere, benachbarte Berge mit Gipfeln, Pässen, Aussichtspunkten u.ä. Dabei kommt es vor, dass die einzelnen Pisten oder Abfahrtsbereiche relativ weit von einander entfernt im Tal verstreut liegen und nur durch Skibusse (z.B. im schweizerischen Sankt-Moritz und im französischen Chamonix) verbunden sind. Das ist unpraktisch, langwierig und unkomfortabel. Besser ist es, den Vorzug großen verbundenen Regionen zu geben, wo es möglich ist, sich zwischen den einzelnen Abfahrtsbereichen/ Skigebieten auf Skiern fort zu bewegen (z.B. «3 Täler» in Frankreich oder Sellaronda in Italien, in sich zusammenfassend Alta Badia, Arabba, Val di Fassa und Val Gardena. Hunderte Kilometer Piste, eine riesige Auswahl für jeden Geschmack und jeden Schwierigkeitsgrad — und die Magie der «Skisafari». Eine unendliche Reise über unterschiedlichste Pisten, fließend ineinander übergehend. Das ist etwas sehr besonderes, vor allem für die, die ein, zwei kleine, lokale Pisten im rauf-runter Rhytmus gewöhnt sind.

Ich merke noch ein Nuance an, auf welche ihr bei der Auswahl eures Skigebietes achten solltet. Ein jedes Skigebiet besteht in der Regel aus mehreren Ortschaften (Städtchen oder Dörfer mit einigen tausend Einwohnern), nachbarschaftlich in/am/um das Skigebiet gelegen. Z.B. das österreichische Zell-am-See besteht aus dem gleichnamigen Städtchen und Schüttdorf und Kaprun. Zell-am-See und Schüttdorf sind am Fuße des Berges Schmittenhöhe gelegen, Kaprun befindet sich in einiger Entfernung (ca. 20 Busminuten) am Fuße des Gletschers Kitzsteinhorn. Gemeinsam bilden sie das Skigebiet.

In der Regel ist eine der Ortschaften die «Hauptstadt» (in Zell-am-See die gleichnamige Ortschaft). Dort kommt die Mehrheit der Besucher unter, ist die größte Auswahl an Gastronomie und Unterhaltung geboten. Die anderen, kleineren Ortschaften sind ruhig. Dort gibt es wenig zu tun, außer zu essen und sich schlafen zu legen, sogar spazieren ist nur bedingt möglich — die ganze Ortschaft ist in 15-20 Minuten zu erkunden. Allerdings sind die Unterkunftspreise niedriger (Hotels in Schüttdorf sind im Durchschnitt etwas günstiger als in Zell-am-See).

Um das für euch ideale Skigebiet nach diversen Kriterien (Pistenlänge, -höhe, -verbundenheit usw.) auszuwählen, benutzt die Suchmaschine.

Lage des Hotels in Relation zu Pisten und Liften

Abfahren nach dem Ski-in/Ski-out Prinzip

Meribel-Mottaret, Frankreich

Im Idealfall befindet sich die Unterkunft unmittelbar auf/ an der Piste oder in Schrittenentfernung (bis zu 300-400m) von den Liften. Ausdrücklich empfehle ich die Auswahl eben solcher Unterkünfte, obwohl sie in der Regel teurer sind. Ansonsten kann es vorkommen, dass ihr in Skistiefeln stapfen oder euch an den Fahrplan der Busse anpassen müsst — unpraktisch und frustrierend.

Es gibt noch eine weitere Variante: Wenn ihr Ski und Stiefel im Verleih (in der Regel am Lift oder in unmittelbarer Nähe gelegen) vor Ort ausleiht, könnt ihr die Ausrüstung dort über nacht umsonst unterstellen. In diesem Fall kann man ziemlich weit vom Lift entfernt wohnen. Morgens kommt ihr in üblichem Schuhwerk an, zieht Skistiefel und Ski an und auf geht’s. Abends lasst ihr die Ausrüstung vor Ort und geht in euren Schuhen nach hause. Selbst wenn ihr eure Ausrüstung nicht vor Ort ausleiht, besteht die Möglichkeit, sie gegen ein kleines Entgelt über Nacht unterzustellen.

So oder so, von der Tür aus abzufahren ist mit nichts anderem zu vergleichen, dafür lohnt es sich etwas mehr zu zahlen. Ich denke, wer beide Varianten ausprobiert hat, wird mir zustimmen.

Zusätzliche Hilfe bei der Hotelsuche und -auswahl bietet der Liftabbildungsservice in Google-Maps aus der Ortschaft zu den Pisten. Dieser Service kann Touristen genauso wie Touragenten helfen, da es oft vorkommt, dass die Beschreibungen auf den Seiten der Reiseveranstalter und Hotels nicht der Realität entsprechen (und zusätzliche 200m in Skistiefeln und Skiern sind eine bedeutende Zusatzbelastung).

Entspannung, Gastronomie, Unterhaltung (apre-ski)

Kein unwichtiger Aspekt, fahren wir uns doch volle Pulle ablenken und erholen. Wie bei anderen Fragen gibt es auch hier genug zu beachtende Nuancen.

Sauna Hotel Rose**** (Foto von der offiziellen Seite)

Mayrhofen, Österreich

Zunächst zur Entspannung. Gehört es sich doch nach körperlicher Anstrengung an der frischen Luft ordentlich zu entspannen. Deshalb empfehle ich ein Hotel mit Sauna auszuwählen. Was gibt es besseres als nach einem langen, kalten Tag auf der Piste, sich in die Sauna zu setzen und zu entspannen?!

Nach der Sauna ist genau die richtige Zeit sich zum Essen auf zu machen. Wenn ihr Frühstück+Abendessen im Hotel gebucht habt, esst ihr dort. Wenn ihr nur zum Frühstücken dort seit, wählt fürs Abendessen ein beliebiges Restaurant, eingegliedert in eines der Hotels oder für sich stehend. Es kommt vor, dass in den Hotels nur die Hotelgäste bewirtet werden, das kann vor Ort erfahren werden. Praktischer Begleitumstand: Das Menu findet ihr schon vor dem Restaurant ausgehängt und könnt dort schon einen Blick darauf werfen, ohne hinein gehen zu müssen.

Fröhlichkeit auf tirolerisch: beigesternde Gesänge zum ogligatorischen Akkordeon

Mayrhofen, Österreich

Ich empfehle dort einzukehren, wo sichtbar nationale Küche und Atmösphäre herrschen. In diesem Sinne ist Tirol mit seiner besonderen Atmosphäre sehr anziehend, Kellner in tradioneller Bekleidung, mit lokaler Live-Musik, die warum auch immer sehr gute Laune verbreitet und nach einem lokalen Drink den flammenden Wunsch erweckt zu tanzen. Das Essen ist in der Regel einfach, sehr lecker und sättigend. Die Portionen sind riesig, reichen oftmals für zwei.

Ein paar Worte zum Frühstück. Die Frühstücke sind immer gleich: Eier, Wurst, Käse, Müsli, Joghurt, Kaffee, Brötchen. All das ist sehr lecker und selbst ein Mann schafft es damit ein, zwei Wochen auszuhalten.

Mit dem Mittagessen gibt es keine Probleme. Auf den Hängen gibt es viele Einkehrmöglichkeiten, wo man immer sättigend essen, einen göttlich-aromatischen Glühwein trinken, sich erholen und an der umliegenden Schönheit erfreuen, sich sonnen oder bei schlechtem Wetter auch verkriechen kann.

Imbiss im Bergrestaurant — unbedingt eine Tasse heißen Glühwein.

Mayrhofen, Österreich

Aus den Unterhaltungsangeboten wird meistens der Besuch eines Aquaparks vorgeschlagen, z.T. gibt es auch ein SPA oder Thermalbad, verschiedene Sportangebote. Abends Standarprogramm — Bars, Restaurants, Clubs. Die Auswahl an Bars und Clubs ist in der Regel beschränkt, aber Anhänger der Feierkultur finden einen Platz für Tanz und Abenteuer. Auch in den Hotels an der Rezeption könnt ihr euch mit Kultur- und Unterhaltunsprogramm des Ortes bekannt machen — die Einwohner bemühen sich auf unterschiedlichste Weise die Freizeit der Gäste mit Veranstaltungen zu gestalten: Schauwettkämpfe der Skilehrer, Musikfestivals, Hockeyspiele usw.

Brauchbare Ratschläge

Für wie lange fahren und in welchem Rhythmus?

Neben und Schneefall

Courchevel, Frankreich

Wenn ihr das erste mal fahrt und nicht über eine gute körperliche Vorbereitung verfügt, ist eine Woche ausreichend. Ihr solltet euch unbedingt bewusst sein, dass Skifahren nicht nur ein riesiges Vergnügen, sondern auch Anstrengung ist. Die ersten zwei, drei Tage wird der ganze Körper schmerzen, bis zum erlösenden Bett ist es ein mühevoller Weg. Üblicherweise ist der dritte Tag (vorrausgesetzt ihr fahrt jeden Tag) der schwerste. Dazu kommt noch die Akklimatisierung und die Gewöhnung an die Belastung. Wenn es euch schwerfällt — macht eine Pause, erholt euch.

Typisches Bild des Pistenzustandes mittags am Tag nach dem Schneefall — alles zerfurcht

La Plagne, Frankreich. Foto von der Webcam

Seid euch genauso bewusst, dass es kaum gelingt, alle Tage der Reise abzufahren. In der Regel ist mindestens ein Tag durch Schneefall und/ oder Nebel geprägt, zu diesen Bedingungen findet man sich nur ungern auf den Pisten wieder, kein Spaß an der Sache, macht eine Pause — spaziert ein wenig durch die Stadt, kauft ein paar Souvenirs und macht eine Führung oder einen Ausflug.

Es empfiehlt sich moralisch noch auf einen weiteren Aspekt vorzubereiten. Beim anschauen der Fotos in Prospekten, auf offiziellen Seiten und selbst in diesem Artikel seht ihr sonnenbeschienene, schneeweiß glitzernde Hänge, unter ideal-blauem Himmel. Und selbstverständlich werdet ihr erwarten, dass alles genauso im Verlauf eures Urlaubes aussehen wird. Bereitet еuch besser darauf vor, dass einige Tage, oder sogar alle, Schneefall und Nebel herrschen werden. Ein solches Abfahren — kein großes Vergnügen. Nach einem Schneefall entstehen auf den Pisten schnell Furchen und Wellen, auf welchen es Anfängern besonders schwerfällt. Deswegen diese Empfehlung: Wenn heute starker Schneefall ist, kann man sich mutig für eine morgige Führung einschreiben, bis 12 Uhr werden die Pisten in jedem Fall zerfurcht sein, zum Abend hin werden sie von unangenehmen Dünen geprügt sein. Für Anfänger — ein eigenartiges Extrem und Abenteuer. Aber ehrlich gesagt, ein solches Abfahren zehrt aus und bietet wenig Vergnügen.

Wann am besten fahren?

Eine ausgezeichnete Zeit — im Bereich vom 10. bis 25. Januar. In dieser Zeit sind die niedrigsten Preise für Touren (nicht einberechnend Anfang und Ende der Saison, wenn Schneelage und -vorkommen unklar sind) und verhältnismäßig wenig Fahrende. Die Weihanchtsferien sind gerade vorbei und die Februarsferien haben noch nicht angefangen.

Im März zu fahren kann ich nicht empfehlen. Ihr fahrt natürlich ab, aber fühlt schon nicht mehr den Winter voll — die Sonne sticht schon, der Schnee ist nass und schwer, und in den Ortschaften grünt und blüht schon alles. Aber auch hier hängt alles von der Höhe ab — je höher das Skigebiet, desto länger währt die Saison.

Skigebiete «evolutionär» besuchen

Wenn ihr ein totaler Anfänger in der Fertigkeit des Skifahrens seid und eine lange Skikarriere plant, ist es eine gute Variante, mit einem kleineren Skigebiet (50-100 Pistenkilometer) anzufangen. Sie sind auf ihre Weise anziehend, stehen häufig ihren «großen Brüdern» in nichts außer Pistenkilometern nach, und bieten billigere Skipässe. Von Besuch zu Besuch eure Technik verbessernd und mehr und mehr Kilometer anhäufend, durchlauft ihr das ganze Spektrum an Eindrücken. Und ihr entgeht dem Standardproblem: Wer in den größten Skigebieten anfängt, rümpft danach in den kleineren die Nase. Und wirklich — dem durchschnittlichen Fahrer sind 50-100 Pistenkilometer höchstens für 2-3 Tage interessant, danach herrscht Langeweile. Für die «Frischlinge» können eben diese 50-100 Pistenkilometer sehr interessant sein.

Besuch einer Skischule

Der Skilehrer hat gesagt: «Follow me»

Finkenberg, Österreich

Der Besuch einer Skischule lohnt sich auf jeden Fall. Selbst wenn in eurer Gruppe ein eingefleischter Fahrer fährt, darauf brennend euch alles zu erklären, ist es besser sich einem Profi anzuvertrauen. Außer dem kann es eurem «eigenen Skilehrer» schnell langweilig werden, mit euch im Skifroschteich zu krabbeln und er wird öfter und öfter sehnsüchtig auf die steileren Hänge schauen, verärgert über eure ungekonnten Versuche ins Tal abzufahren.

Denkt dran — ein guter Sportler ist bei weitem nicht automatisch ein guter Trainer. Professionelle Skilehrer verfügen über eine riesige Erfahrung mit Anfängern, häufig haben diese Leute ihr ganzes Leben im Skiort verbracht und «auf Ski stellen» — ist ihre einzige Profession, die sie sehr gut beherrschen. Hört aufmerksam auf das, was sie erklären, wiederholt alle Übungen, gebt bei Misserfolgen nicht die Hoffnung auf und am dritten, vierten Tag werdet ihr schon stolz die Piste hinunterfliegen, sich daran erfreuend, dass ihr endlich nicht mehr fallt und irgendwie die Ski steuert.

Wenn nötig, gibt es in jeder Skischule englisch-sprechende Skilehrer, und selbst wenn ihr Englisch nicht versteht, einen Großteil der Informationen werden durch Gesten am eigenen Körper erklärt. «Look at me», «follow me», «up and down» — diese wenigen, magischen Phrasen des Skilehrers sind ausreichend. Die Unterrichte finden in kleinen Gruppen statt. Sich einen persönlichen Skilehrer zu nehmen ist teuer, nicht viel effektiver und in der Gruppe ist es lustiger.

Eine nicht unwichtige Nuance — bei der Buchung eines Skischulbesuches erhaltet ihr relevante Ermäßigung auf die Ausleihe der Ausrüstung. Genauso gilt es zu berücksichtigen, das ein, zwei Tage Skischule verhältnismäßig teuer sind und je mehr Tage ihr bucht, desto langsamer wächst der Preis. Der Unterschied zwischen fünf und sechs Tagen ist schon nicht so bedeutend wie zwischen zwei und drei Tagen.

Auswahl des Hotelstandards

Einrichtung eines Standardzimmers Hotel Giardin*** (Foto von der offiziellen Seite)

Selva Val Gardena, Italien

Gesondert sage ich etwas zu dieser Frage, die beim ersten mal viele vor Probleme stellt — was für ein Hotel auswählen: 4 Sterne, 3 Sterne oder Pension?

Hier sollte in erster Linie auf die «Modernität» der Ortschaft geachtet werden. Neuere Ortschaften (in der Regel ganze Gebäudekomplexe, nicht vor langer Zeit aus dem Boden gestampfte, vieletagige Neubauten) bieten leider nicht immer einen guten Service in den Unterkünften. Bei 3*** kann man ein kleines Zimmer mit ausgezeichneter Hörbarkeit der Nachbarn bekommen, sehr dürftig eingerichtet und durch das Fehlen elementarer Dinge gekennzeichnet. Solche Ortschaften kommen in Frankreich häufiger vor, gebaut in den zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um nicht mit solchen Hotels daneben zu greifen, lohnt es sich aufmerksam im Internet die entsprechenden Rezensionen zu lesen.

Wenn die Ortschaft eine alte und mit historischem Hintergrund ist (Dörfer und Städte, solche gibt es z.B. viele in Österreich), spielt die Anzahl der Sterne keine so große Rolle — sogar in den Pensionen sind ein sehr ansprechender Service und Einrichtung zu finden, zum Frühstück wird überall ungefähr das Gleiche geboten. Alles in allem, wenn ihr beim Budget begrenzt seid — wählt mutig eine Pension aus. Wenn sich die Frage des Wirtschaftens nicht stellt — nehmt das teuerste, was ihr euch leisten könnt: in 4- oder 5 Sterne Hotels abzusteigen ist, natürlich, sehr angenehm. 3 Sterne — ein im Ganzen vernünftiger Kompromiss zwischen Qualität und Preis. Dazu kommt, dass in Hotels mit 3 Sternen oder mehr üblicherweise eine Sauna vorhanden ist.

Auswahl und Buchung der Reise

Wann sollte man anfangen das Skigebiet auszuwählen?

Beobachtungsresultat der Umgebung per Webcam — Videoclip «In der Natur gibt es kein schlechtes Wetter«.

Val Gardena, Italien

Im besten Falle sollte man anfangen, das Skigebiet eineinhalb Jahre vor der eigentlichen Fahrt auszuwählen. Wenn ihr im Winter der Saison 2015-2016 fahren wollt, fangt mit der Auswahl im Herbst 2014 an. Führt eine einleitende Auslese durch, markiert eine Auswahl an Skigebieten, welche euch interessieren. Zwei, drei sind ausreichend (zur Analyse empfehle ich, sich mit Karten der Abfahrtsbereiche und Karten der Skigebiete in Lage zu Liften und Hotels, auf den offiziellen Seiten zu finden, zu versorgen). Schaut euch im Verlauf der Saison regelmäßig die Bilder der Webcams an, was auf den Pisten vorgeht. Worauf zu achten ist:

  • Schneevorkommen: gibt es Probleme — ein Anlass zu Vorsicht. Dieses Skigebiet besser nicht in die Auswahl aufnehmen. Es ist sehr wichtig bei garantiertem Schnee zu fahren, besonders beim ersten mal, sonst kann der Eindruck für immer verdorben sein.
  • Quantität der Abfahrenden auf den Pisten. Wenn auf den Hauptpisten, auf welchen üblicherweise die Webcams verortet sind, die Dichte des Stroms der Abfahrenden verhältnismäßig gering ist und zu komfortablem Fahren einlädt, bezieht dieses Skigebiet in eure Auswahl ein.
  • Wetter. Wenn in diesem Jahr die Sonne scheint, heisst das natürlich nicht, dass sie im nächsten Jahr zu eben dieser Zeit scheinen wird. Auf die Temperaturen solltet ihr allerdings achten.

Besonders empfehle ich, des öfteren in die Webcam- Bilder zur Zeit der geplanten Fahrt, plus/ minus zwei Wochen, zu schauen.

Auf den offiziellen Seiten einiger Skigebiete (z.B. das schweizerische Grindelwald) gibt es Archive mit Webcambildern der letzten Jahre, was erlaubt, schnell das vorherrschende Wetter zu dieser oder jener Zeit, am Anfang oder Ende der Saison, Daten, wie stabil Schnee liegt usw., anzuschauen und zu bewerten. Sehr praktisch.

Die Vorauswahl haben wir durchgeführt, uns entschieden — fertig, gefällt uns, wir fahren. Und lassen alles weitere bis zum nächsten Sommer ruhen.

Die Alpen — zum verrückt werden schön!

Val Gardena, Italien

Wann die Reise buchen?

Die Reise am besten im Sommer oder Anfang Herbst der bevorstehenden Saison buchen. Zu dieser Zeit gibt es die größte Auswahl und ihr habt die Möglichkeit, die niedrigsten Preise zu erwischen. Wenn ihr eure Reise selber organisiert, gibt es im Sommer die günstigsten Flugtickets.

Was tun, wenn die Wahl schwerfällt?

Der beste Rat — macht aus einer Mücke keinen Elefanten. Bucht endlich eure Reise irgendwohin und entspannt euch. Die Alpen — die älteste Skiregion der Welt, die beste Infranstruktur ist genau hier zu finden. Deshalb, wo auch immer ihr in den Alpen abfahrt, ein großes Vergnügen wird es ganz bestimmt. Sind es doch die Alpen!


P.S. Benutzt die Suchmaschine für Skigebiete, um nach Kriterien (Größe des Abfahrtsbereiches, Höhe, Verbundenheit der Pisten usw.) das zu euch passenden Skigebiet auszuwählen.

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